Grenze zu Dänemark: Jäger schlagen wegen Rotwild Alarm

29. November 2025 14:14Quelle: NDR / RSS-Feed-Import

Grenze zu Dänemark: Jäger schlagen wegen Rotwild Alarm

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Alarm in Nordfriesland: Rotwild aus Dänemark überschreitet die Grenze. Rudel von mehreren hundert Tieren aus Dänemark gelangen über die Grenze bei Aventoft, Süderlügum und Humptrup (Kreis Nordfriesland) und überwinden den 1,20 Meter hohen Wildschweinzaun. Dieses unstete „Hin und Her“ der Tiere führt zu vermehrten Wildunfällen und erheblichen Waldschäden, so Kreisjägermeister Thomas Carstensen.

Rasanter Anstieg der Rotwildpopulation in Dänemark. Die dänische Rotwildpopulation ist in 20 Jahren von 4.000 auf über 40.000 Tiere gestiegen. Der hohe Bestand drängt die Tiere nach Deutschland, da Nordfriesland bis 2004 rotwildfrei war. Als Hauptursache gilt das dänische Jagdsystem: Es gibt keine Abschusspläne wie in Deutschland, und jeder Jagdscheininhaber kann auf eigenem Land jagen oder das Jagdrecht verkaufen. Die Jägerdichte ist dadurch zehnmal höher.

Wirtschaftlich lukrative Trophäenjagd. Die Trophäenjagd in Dänemark ist ein einträgliches Geschäft für Waldbesitzer, da der Preis für einen kapitalen Rothirsch dreimal so hoch ist wie in Deutschland (bis zu 5.000 Euro). Weil weibliche Tiere kaum geschossen werden, entsteht ein Nachwuchsüberschuss, der die Tiere auf der Suche nach Raum und Nahrung nach Deutschland treibt. Carstensen kritisiert, dass Dänemark keine Maßnahmen ergreife, da das System wirtschaftlich vorteilhaft sei. Er schlägt eine grenznahe Pufferzone vor, in der dänische Jäger den Wildbestand radikal ausdünnen sollen.

Massive Waldschäden in Nordfriesland. Das Rotwild verursacht schwere Schäden, indem es die Rinde der Bäume frisst. In kleineren Wäldern können bis zu 80 Prozent der Bäume zerstört und wirtschaftlich unbrauchbar werden. Dies führt bereits im Staatsforst Stadum und Karlum zu massiven Schäden und finanziellen Einbußen für Schleswig-Holstein.

Die erhöhte Wildwechselaktivität führt zudem zu vermehrten Wildunfällen an der Grenzstraße, was die Koordination der Jäger beider Länder erschwert. Die juristische Praxis, Rotwild zur Bestandseindämmung verstärkt zu schießen, ist in Schleswig-Holstein aktuell nicht eindeutig abgesichert. Ein im Landtag diskutierter Erlass soll ab April 2026 für mehr Klarheit sorgen und den Schutz sowie die Steuerung der Bestände gewährleisten.

Dänisches Rotwild als Chance gegen Inzucht. Das Ministerium beabsichtigt, im Rahmen des neuen Erlasses zuzulassen, dass ein Teil des Rotwildes südwärts wandert. Dies soll die genetische Vielfalt verbessern und Inzuchtprobleme („Gendepression“) mildern, welche sich bereits in genetischen Missbildungen wie verkrümmten Nasenscheidewänden oder verkürzten Unterkiefern zeigen. Um den genetischen Austausch zu fördern, sollen mittelalte Hirsche von der Jagd verschont werden.

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