Kolumne: Warum die Sauna kein Ort für alle ist

30. November 2025 10:33Quelle: NDR / RSS-Feed-Import

Kolumne: Warum die Sauna kein Ort für alle ist

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Saunen werden oft als Erholungsräume für alle dargestellt, sind dies jedoch in der Realität oft nicht. Die Autorin plädiert dafür, dass jede Einrichtung einen festen Frauensauna-Tag einführen sollte, da temporäre Ausgrenzung notwendig sein kann, um wahre Inklusion und Gerechtigkeit zu gewährleisten.

Negative Erfahrungen in gemischten Saunen
Die Autorin schildert ihre persönlichen, negativen Erfahrungen, die bereits im Jugendalter begannen, als sie sich durch die verfolgenden Blicke älterer Männer beschämt und angeekelt fühlte. Um sich zu entspannen, entwickelte sie im Erwachsenenalter Coping-Strategien, wie das Nichttragen einer Brille (um die Starrer nicht sehen zu können) oder die Nutzung zusätzlicher Handtücher zur Umschlingung, um die ständige Gefahr der Sexualisierung auszublenden.

Die Tradition der Frauensauna in Deutschland
Das Konzept der Frauensauna ist eine Erleichterung, da es einen geschützten Raum für Wärme, Wohlbefinden und Gemeinschaft bietet, frei von lüsternen Blicken oder sexueller Belästigung. Laut dem Deutschen Saunabund hat die Tradition der Frauensauna in Deutschland bereits seit über 50 Jahren Bestand.

Kieler Hörnbad lehnt Konzept ab
Diese Tradition wird jedoch vom städtischen Kieler Hörnbad abgelehnt. Auf Anfrage des NDR argumentierte die Stadtsprecherin, eine Frauensauna widerspreche „dem Ideal eines offenen, gemeinschaftlichen und inklusiven Angebots für alle Menschen.“

Als Reaktion darauf protestierten Bürger in Kiel und forderten mindestens einmal monatlich einen Saunatag nur für Frauen, um einen geschützten Raum zu schaffen. Teilnehmerinnen berichteten von Diskriminierung und sexuellen Übergriffen, darunter Starren, Sprüche bis hin zu Männern, die vor ihnen masturbierten. Kritiker des Hörnbades argumentieren, dass hier der Schutz der Täter dem Schutz der Opfer vorgezogen werde.

Schutzräume ermöglichen Teilhabe
Schutzräume stellen keine Ausgrenzung dar, sondern sind die notwendige Voraussetzung dafür, dass Teilhabe überhaupt möglich ist. Laut dem Deutschen Saunabund meiden etwa 35 Prozent der Frauen gemischt genutzte Saunaanlagen. Die Einführung eines Frauensaunatages schränkt somit nicht ein, sondern erweitert den Kreis der Menschen, die die Anlage nutzen können, und ist daher auch wirtschaftlich sinnvoll.

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