Für Kinder unter drei Jahren fehlen Hunderttausende Kitaplätze

29. November 2025 11:35Quelle: NDR / RSS-Feed-Import

Für Kinder unter drei Jahren fehlen Hunderttausende Kitaplätze

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Gravierender Kitaplatz-Mangel für Kinder unter drei Jahren

Laut einer neuen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) fehlen in Deutschland für rund 300.000 Kinder unter drei Jahren Kitaplätze. Insgesamt wünschen sich Eltern für 1,1 Millionen Kinder dieser Altersgruppe einen Betreuungsplatz, wovon derzeit etwa 800.000 in institutioneller Betreuung sind. Obwohl die Zahl der betreuten Kinder seit 2023 um 56.000 gesunken ist, führt das IW dies hauptsächlich auf stark gesunkene Kinderzahlen zurück.

Starkes Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland

Die Betreuungslücken variieren stark je nach Region. Im Westen Deutschlands fehlt bei 15,6 Prozent der Kinder mit Bedarf ein Betreuungsplatz, während die Quote im Osten bei lediglich 7,3 Prozent liegt. Der gesamte Osten verzeichnet 25.000 fehlende Plätze, was auf einen Rückgang der unter Dreijährigen um fast 20 Prozent seit 2019 zurückzuführen ist.

Die Berechnung des IW stützt sich auf eine repräsentative Befragung des Bundesfamilienministeriums zu Betreuungswünschen (2024) sowie Daten des Statistischen Bundesamts (Kinder in Betreuung März 2025; Gesamtkinderzahl 2023/2024).

Die Situation in Norddeutschland im Detail

Die Bedarfsdeckung ist in Norddeutschland uneinheitlich:

Mecklenburg-Vorpommern weist mit 4,0 Prozent (1.200 fehlende Plätze) die geringste Bedarfsquote im Bundesländervergleich auf.
Hamburg fehlt eine vergleichsweise geringe Quote von 8,9 Prozent (4.700 Plätze).
Schleswig-Holstein hat eine Lücke von 13,4 Prozent (9.300 Plätze).
Niedersachsen fehlen 33.700 Plätze (16,3%).
Bremen weist mit 18,9 Prozent (3.600 Plätze) die höchste Bedarfsquote im Norden auf. Zum Vergleich liegt Nordrhein-Westfalen bei 18,0 Prozent.

Frühkindliche Förderung als bildungspolitisches Ziel

Über die reine Bedarfsdeckung hinaus mahnt das IW, Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf, insbesondere beim Erwerb der deutschen Sprache, frühzeitig in Kitas zu integrieren. IW-Bildungsökonom Wido Geis-Thöne betont, dass gerade für Kinder aus bildungsfernen Haushalten der Besuch einer Kita entscheidend für den weiteren Bildungsweg ist.

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