Warum viele internationale Studenten ihr Studium in SH abbrechen

29. November 2025 04:00Quelle: NDR / RSS-Feed-Import

Warum viele internationale Studenten ihr Studium in SH abbrechen

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Schleswig-Holstein (SH) ist auf internationale Fachkräfte, wie Softwareentwickler und Elektroingenieure, angewiesen. Trotz dieses Bedarfs brechen etwa 16 Prozent der internationalen Bachelor-Studenten in den ersten Semestern ihr Studium ab. Diese Abbruchquote liegt zwar nur drei Prozentpunkte über der Quote deutscher Studenten (ca. 13 Prozent), alarmiert jedoch die Hochschulen.

Das Bundesland SH ist bei ausländischen Studierenden wenig beliebt. Im Wintersemester 2024/25 waren lediglich etwas mehr als 4.800 internationale Studenten eingeschrieben, was einem Anteil von nur 7,7 Prozent entspricht – SH ist damit bundesweites Schlusslicht (der Bundesdurchschnitt liegt bei 13 Prozent).

Karen Cabos, Vizepräsidentin der TH Lübeck, betont, dass deutsche Hochschulen eine große Selbstständigkeit von Studierenden erwarten, was international nicht üblich ist. Die größte Herausforderung für internationale Studierende ist die Bewältigung bürokratischer Hürden. Der syrische Absolvent Ibrahim Al Halabi berichtete von der Komplexität der Dokumente der Ausländerbehörde und den anfänglichen Schwierigkeiten bei der sozialen Integration und der Sprache.

Bezahlbarer Wohnraum und Bürokratie sind zentrale Abbruchgründe. Laut DAAD und der Fernuniversität Hagen beeinflussen die anfänglichen Schwierigkeiten – insbesondere die knappen und teuren Wohnmöglichkeiten sowie der Umgang mit der Bürokratie – die Studienzufriedenheit negativ und erhöhen das Risiko eines Studienabbruchs.

Ein weiterer entscheidender Faktor für Erfolg und Zufriedenheit ist die Sprache. Trotz vieler englischsprachiger oder internationaler Studiengänge sind ausreichende Deutschkenntnisse für den späteren Berufseinstieg in Deutschland essenziell. Forschungsprojekte fordern daher verstärkte Investitionen in Sprachförderung.

Die Hochschulen in SH reagieren mit verschiedenen Maßnahmen: Dazu gehören das Study-Buddy-Programm, Einführungsveranstaltungen („How to handle Germany“) und DAAD-Projekte wie StArK (Flensburg) und Edu+Career (HAW Kiel), die eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt und fachliche Qualifizierung fördern.

Die TH Lübeck implementiert konkrete Gegensteuerungsmaßnahmen: Im Bachelorstudiengang Elektrotechnik werden Deutsch-Sprachkurse zukünftig als Pflichtmodule in jedem Semester verankert. Zusätzlich nutzt die TH KI zur Erstellung englischer Untertitel in deutschen Vorlesungen und fördert gezielt die Zusammenarbeit zwischen deutschen und internationalen Studierenden in Arbeitsgruppen, um die Sprachkompetenz und soziale Integration zu verbessern.

Ibrahim Al Halabi gelang der erfolgreiche Abschluss seines Studiums und die Gründung eines eigenen Unternehmens in Lübeck. Er führt seinen Erfolg unter anderem auf die aktive Teilnahme an den Angeboten der TH zurück.

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