Warum viele internationale Studenten ihr Studium in SH abbrechen

29. November 2025 04:00Quelle: NDR / RSS-Feed-Import

Warum viele internationale Studenten ihr Studium in SH abbrechen

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Schleswig-Holstein (SH) benötigt dringend Fachkräfte, etwa Softwareentwickler und Elektroingenieure. Um diesen Bedarf zu decken, sind internationale Studierende essenziell. Dennoch brechen etwa 16 Prozent der internationalen Bachelor-Studenten in den ersten drei Semestern ihr Studium ab, was drei Prozentpunkte über der Abbruchquote deutscher Studenten liegt.

SH ist bundesweit wenig beliebt als Studienstandort. Während der Anteil internationaler Studenten in anderen Bundesländern über 20 Prozent liegt, waren im Wintersemester 2024/25 in SH nur etwas mehr als 4.800 internationale Studenten (7,7 Prozent der gesamten Studentenschaft) eingeschrieben.

Karen Cabos, Vizepräsidentin der TH Lübeck, betont, dass deutsche Hochschulen eine große Selbstständigkeit von den Studierenden erwarten, was für ausländische Studierende oft schwierig ist. Die Hochschulen sehen es als „riesiges Anliegen“, internationale Studierende zu unterstützen, um den Fachkräftemangel zu mindern.

Die größten Herausforderungen liegen in Bürokratie, Wohnen und Sprache. Internationale Studenten berichten von komplizierten Dokumenten der Ausländerbehörden und massiven Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Der DAAD bestätigt, dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum internationale Studierende besonders hart trifft, da sie im Schnitt über weniger Mittel verfügen. Die allgemeine Unzufriedenheit mit den Lebensumständen (Wohnen, Kontaktpflege, Bürokratie) beeinflusst die Studienzufriedenheit negativ und steigert das Abbruchrisiko.

Ein zentraler Faktor für den Studienerfolg ist die Sprache. Obwohl es viele englischsprachige Programme gibt, fehlen Deutschkenntnisse häufig für den späteren Berufseinstieg in Deutschland. Experten fordern daher höhere Investitionen in Sprachförderung an den Hochschulen.

Hochschulen in SH ergreifen konkrete Gegenmaßnahmen. Beispiele sind das Study-Buddy-Programm des Studentenwerks, Orientierungsveranstaltungen wie „How to handle Germany“ sowie Projekte wie StArK und FIT@EUF, die auf das Onboarding und die Integration in den Arbeitsmarkt abzielen.

Die TH Lübeck geht gezielt vor: Sie führt Deutschkurse als Pflichtmodule im Bachelorstudiengang Elektrotechnik ein, um den Spracherwerb sicherzustellen. Zusätzlich wird Künstliche Intelligenz zur Erstellung englischer Untertitel in deutschen Vorlesungen genutzt. Ziel ist es auch, die Zusammenarbeit zwischen deutschen und internationalen Studierenden zu fördern, um die soziale Integration und Sprachkompetenz zu verbessern.

Trotz der Hürden zeigen Erfolgsgeschichten wie die von Ibrahim Al Halabi, der nach seinem Bachelorabschluss in Lübeck ein eigenes Unternehmen gründete, dass erfolgreiche Integration und Karriere möglich sind.

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