Für Zerspanungsmechaniker zählen Millimeter

Im ersten Lehrjahr hat der Auszubildende Andre Neuhaus in der Lehrwerkstatt handwerkliche Fähigkeiten wie das Schleifen, Fräsen und Bohren gelernt. Foto: Caroline Seidel/dpa

Velbert/Bonn (dpa) – Wer gerne einmal Fünfe gerade sein lässt, ist in dem Beruf des Zerspanungsmechanikers verkehrt. Die große Herausforderung in dem Beruf sei, mit hundertprozentiger Genauigkeit zu arbeiten, sagt Andre Neuhaus. Er ist im dritten Ausbildungsjahr zum Zerspanungsmechaniker im Unternehmen von Thilo Karrenberg in Velbert in Nordrhein-Westfalen. «In unserem Bereich sind die Toleranzgrenzen sehr, sehr klein, da kommt es auf wenige Mikrometer an.» Ein Mikrometer ist ein Tausendstel eines Millimeters.

Zerspanungsmechaniker stellen metallene Präzisionsbauteile aller Art her, richten Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen ein und programmieren die Maschinen mit CNC-Programmen. CNC steht für Computerized Numerical Control und bezeichnet ein elektronisches Verfahren zur Steuerung von Werkzeugmaschinen.

Dieser Job ist weitaus komplexer, als er auf den ersten Blick erscheint: Bis eine Maschine vorbereitet ist, um ein bestimmtes Drehteil zu produzieren, dauere es häufig mehrere Stunden, sagt Neuhaus. Und wenn die Produktion beginnt, ist die Arbeit noch nicht getan. «Ich muss die ganze Zeit kontrollieren, ob die Maße stimmen und das Teil passt.»

Dafür brauchen Zerspanungsmechaniker gute mathematische Kenntnisse. «Unverzichtbar ist auch ein räumliches Vorstellungsvermögen», sagt Hermann Rumpel vom Verband der Deutschen Drehteile-Industrie. Das ist wichtig, um sich neue Bauteile anhand von Plänen vorstellen zu können.

Wer den Beruf lernt, muss sich auf Schicht- und Bereitschaftsdienste einstellen. Darauf weist Axel Kaufmann vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hin. Während der Ausbildung verdienen Jugendliche laut der Bundesagentur für Arbeit in der Industrie zwischen 860 und 957 Euro pro Monat, im Handwerk sind es zwischen 375 bis 744 Euro. Nach der Ausbildung steigen die Fachkräfte mit einem Lohn von 1500 bis 2500 Euro brutto pro Monat ein. Es kann in Einzelfällen aber auch einmal deutlich mehr oder weniger sein.

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind für die Fachkräfte gut. Laut Axel Kaufmann vom BIBB werden in der Metallbranche derzeit Fachkräfte gesucht. Auch für Andre Neuhaus stehen die Chancen gut, nach seiner Ausbildung im Velberter Unternehmen übernommen zu werden.

Berufsbild bei der Bundesagentur für Arbeit
Datenblatt beim Bundesinstitut für Berufsbildung