Warnstreiks in Lübeck: Busfahrer legen ihre Arbeit nieder

Busse stehen im Depot. Foto: Carsten Rehder/dpa

Lübeck (dpa/lno) – Nach Warnstreiks in Kiel und Neumünster sind am Sonntag auch in Lübeck und Umgebung weite Teile des öffentlichen Nahverkehrs lahmgelegt worden. Rund 100 Beschäftige des Verkehrsunternehmens Stadtverkehr Lübeck folgten dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und legten ab 03.00 Uhr morgens ihre Arbeit nieder, wie das Unternehmen mitteilte. «Wir haben eine hundertprozentige Streikbeteiligung. Heute fährt kein Bus des Stadtverkehrs», sagte Streikleiter Christian Manke am Sonntagmorgen.

Auch die Priwallfähre in Travemünde war von dem Streik betroffen. Hier wurde laut Angaben der Gewerkschaft jedoch eine Notdienstvereinbarung mit dem Arbeitgeber getroffen, wonach Fußgänger einmal stündlich befördert werden konnten. Zudem sei unabhängig vom Streik eine Versorgung für Notdienste wie Krankenwagen und Feuerwehr permanent gewährleistet worden.

Mit der Entscheidung, einen Streiktag auf den Sonntag zu legen, sollten vor allem Schulkinder und Berufstätige vorerst verschont werden. «Damit wollen wir unterstreichen, dass es uns natürlich nicht darum geht, auf die Schwächsten der Gesellschaft draufzuhauen, sondern darum, unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen», sagte Manke. Am Montag werde es jedoch zu massiven Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr kommen, die Gewerkschaft rechnet mit einer Streikbeteiligung von bis zu 400 Mitarbeitern.

Zusätzlich zu dem Warnstreik in Lübeck hat die Gewerkschaft für Montag auch im Kreis Stormarn und in Lauenburg zum Streik im Bereich des privaten Omnibusverkehrs (OVN) aufgerufen. Mit dem Ausstand im privaten Busgewerbe will Verdi die Warnstreiks ausweiten. Am Freitag und Samstag waren bereits in Kiel keine Busse der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) mehr gefahren. Ebenfalls zur Arbeitsniederlegung aufgerufen waren Busfahrer das privaten Unternehmens Autokraft am Standort Kiel-Wellsee. Von Dienstag bis Donnerstag hatte es auch in Neumünster einen Warnstreik der Busfahrer gegeben.

Hintergrund des Streiks ist ein anhaltender Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft und dem kommunalen Arbeitgeberverband. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um einen Festbetrag von 2,06 Euro pro Stunde ab dem 1. Januar dieses Jahres und eine Anpassung der Lohngruppen. Die zweite Verhandlungsrunde war am 9. Januar abgebrochen worden, weil Verdi das Tarif-Angebot von einem Plus von 1,8 Prozent in diesem und 1,3 Prozent im kommenden Jahr als zu gering empfunden hatte. Die Verhandlungen werden voraussichtlich am 11. Februar fortgesetzt.