Abzocke am Geldautomaten beenden

Hamburg setzt sich für eine Obergrenze der Gebühren zum Geldabheben bei Fremdbanken ein

Hohe Gebühren beim Geldabheben für Fremdkunden. Foto: pixabay

Eine Situation, die die meisten kennen: Kein Bargeld mehr zur Hand, aber ein Geldautomat der eigenen Bank ist nicht in der Nähe. Doch am Automaten einer Fremdbank kann es teuer werden. Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest wird für die Bargeldabhebung an Geldautomaten, die nicht zum Verbund der eigenen kontoführenden Bank gehören, derzeit ein Entgelt von bis zu 7,99 Euro verlangt. Auch viele große Banken verlangen hierfür Beträge von 3,90 Euro und mehr. Gegen diese überhöhten Gebühren macht sich Hamburg mit einem Antrag im Bundesrat stark. Der Antrag zielt darauf ab, Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam vor unverhältnismäßig hohen Gebühren zu schützen.

„Gebühren von bis zu acht Euro zur Nutzung eines Geldautomaten erscheinen unverhältnismäßig hoch. Insbesondere dürften die den Anbietern tatsächlich entstehenden Kosten deutlich niedriger sein“, so Hamburgs Verbraucherschutzsenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Da eine Selbstverpflichtung der Geldinstitute in der Vergangenheit leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, halten wir im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher eine gesetzliche Regelung für notwendig.“

Das Bundeskartellamt hatte sich bereits im Jahr 2010 mit überhöhten Abhebegebühren befasst. Damals ging Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, davon aus, dass der Betrag von 1,95 Euro eine wichtige Richtschnur in der Diskussion über kostendeckende Gebühren sei. Auf diesen Betrag hatten sich die meisten Privatbanken dann 2011 im Rahmen einer Selbstverpflichtung als Obergrenze verständigt. Sparkassen und Volksbanken hatten sich der Initiative nicht angeschlossen. Mittlerweile haben aber viele Banken die Vereinbarung wieder gekündigt und ihre Entgelte zum Teil deutlich erhöht. Angesichts dieser Entwicklung sollte aus Sicht Hamburgs eine gesetzliche Obergrenze für so genannte Fremdkundenentgelte geprüft werden.