245 Obdachlose haben wieder ein Dach über dem Kopf

Winternotprogramm endet am Sonnabend

Zwei Obdachlose. Foto: pixabay

Am kommenden Samstagmorgen endet das Winternotprogramm. Im vergangenen Winter wurden 162 Obdachlose direkt aus den beiden städtischen Standorten in reguläre Wohnunterkünfte vermittelt. Das sind deutlich mehr als in den vergangenen fünf Winterperioden. Weitere 83 Obdachlose werden zunächst im Pik As untergebracht und ziehen in eine Wohnunterkunft um, sobald dort ein Platz frei ist. Insgesamt konnten damit 245 Obdachlose erfolgreich beraten werden, das Leben auf der Straße hinter sich zu lassen.

Seit 1992 stellt Hamburg im Winter zusätzliche Schlafplätze für Obdachlose bereit. Sie ergänzen das ganzjährige Angebot im Pik As (330 Plätze) und im Frauenzimmer (30 Plätze), sowie bei freien Trägern (250 Plätze). Im Winter 2016/17 standen 940 Plätze zur Verfügung. Die beiden städtischen Standorte (Münzstraße, Schaarsteinweg) wurden vom städtischen Sozialunternehmen f & w fördern und wohnen AöR betrieben. 29 weitere, dezentrale Standorte wurden von Kirchengemeinden, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, dem Rauhen Haus und dem Jakob Juncker Haus betreut.

„245 Obdachlose leben nicht mehr auf der Straße. Das ist eine außerordentlich gute Nachricht“, erklärt Sozialsenatorin Melanie Leonhard. „Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei fördern und wohnen, die hart daran gearbeitet haben, obdachlosen Menschen Perspektiven aufzuzeigen und dazu zu motivieren, ihre Chancen zu nutzen. Ich danke auch den vielen ehrenamtlich Engagierten, die mit ihrem Engagement eine wertvolle Stütze des sozialen Hilfesystems unserer Stadt sind.“

Der Weg von der Straße in eine eigene Wohnung führt für die meisten Obdachlosen über die städtischen Wohnunterkünfte. Einen Anspruch auf einen Platz in einer Wohnunterkunft haben grundsätzlich Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft. Auch EU-Bürgerinnen und Bürger, die in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren oder sind, haben ein Recht auf staatliche Leistungen, wenn sie obdachlos sind. Um diese Voraussetzungen zu klären, wurde die Perspektivberatung im Winternotprogramm verstärkt. Jede Person wurde angesprochen und bei Bedarf auf jeweils passende Beratungs- und Unterstützungsangebote hingewiesen.

Voraussichtlich Mitte April 2017 werden die detaillierten Ergebnisse der Perspektivberatung sowie der Vermittlung in Wohnunterkünfte, in eigenen Wohnraum oder in stationäre Einrichtungen der Suchthilfe und Pflege aus allen Standorten des Winternotprogramms heraus vorliegen. Bis dahin liegen auch die Abschlusszahlen aus den 29 dezentralen Standorten vor.

Die Planungen zum Winternotprogramm 2017/2018 haben bereits begonnen. Im Schaarsteinweg kann auch im nächsten Winter eine Übernachtung ermöglicht werden. Der bisher genutzte Standort Münzstraße steht nicht mehr zur Verfügung. Hier werden Wohnhäuser errichtet. Für diesen Standort wird ein geeigneter Ersatz gesucht.