Yvonne, Prinzessin von Burgund

Die letzten Vorstellungen

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg: „Yvonne, Prinzessin von Burgund“ von Witold Gombrowicz, Probenfoto v.l.: Carlotta Freyer, Zora Fröhlich, Amos Detscher, Mervan Ürkmez, Jakob Immervoll, Alexander Angeletta, Hanna Stange © Matthias Baus, 2016.

Während das Königshaus in angenehm langweiliger Gewohnheit die versinkende Sonne bewundert, die Stunde sich akkurat der Zeit für romantische Geschäfte nähert und auch sonst alles seinen bekannten Gang geht, äußert Prinz Philipp einen folgenreichen Gedanken: „Ich wünschte, es würde etwas passieren.“ Augenblicklich – wie es in einer guten Geschichte unvermeidlich ist – tritt die zweifelhafte Erfüllung dieses Gesuchs ein und Yvonne auf den Plan. Wie eine Termite im Holzpalast taucht sie in der königlichen Gesellschaft auf und nagt an deren glatter, funktionierender Oberfläche. Das hässliche, lethargische und sich in Schweigen hüllende Mädchen widerspricht jeder Form, jedem Wohlverhalten, jeder Konvention. Yvonne ist das unberechenbar Fremde, das Zucken im Handrücken, das fahrige Unwohlsein peinlicher Stille, der unübersehbare Klecks am Revers. Ein Fleck, für dessen Tilgung man einen Mord begehen würde.

Die enge Zusammenarbeit mit den Staatstheatern der Stadt zeichnet die künstlerische Ausbildung der Theaterakademie aus. So fand die Abschlussproduktion des dritten Jahrgangs Schauspiel in der letzten Spielzeit im MalerSaal des Deutschen SchauSpielHauses statt. Das gibt den Studierenden Gelegenheit, sich unter professionellen Bedingungen im Repertoire des SchauSpielHauses präsentieren zu können. Beim 27. Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender in Bern wurde das Ensemble von »Yvonne, Prinzessin von Burgund« mit einem Förderpreis sowie mit dem Preis der Studierenden ausgezeichnet.

Es spielen: Nikolai Gemel, Amos Detscher, Carlotta Freyer, Zora Fröhlich, Jakob Immervoll, Hanna Stange, Jördis Margarethe Trauer, Mervan Ürkmez

Regie: Samuel Weiss / Bühne: Daniela Herzberg / Kostüme: Hannah Petersen / Licht: Andreas Juchheim / Dramaturgie: Sabina Dhein, Anja Redecker

Letzte Vorstellungen am 04. April, 05. April und 06. April, jeweils um 20 Uhr / MalerSaal