In der Ausbildung im zweiten Lehrjahr ins Ausland gehen

Von Australien bis England: Azubis steht im Prinzip die ganze Welt offen - bislang nutzen aber eher wenige die Gelegenheit, ins Ausland zu gehen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-mag

Wollen Jugendliche einen Auslandsaufenthalt in die Ausbildung integrieren, ist das zweite Lehrjahr dafür optimal. Dann haben die Jugendlichen schon Fachwissen und können im Betrieb mitanpacken. Gleichzeitig sitzen ihnen noch nicht die Abschlussprüfungen im Nacken. Darauf weist Julia Beck von Go for Europe hin. Die Servicestelle unterstützt Azubis bei der Organisation von Auslandsaufenthalten. Hinter dem Projekt steht etwa der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag.

Grundsätzlich sei ein Auslandsaufenthalt für Azubis aus allen Berufen sinnvoll, sagt Beck. Sie achtet allerdings darauf, dass zumindest Grundkenntnisse in der jeweils erforderlichen Fremdsprache vorhanden sind. Hinterher hätten Jugendliche auf jeden Fall einen Pluspunkt im Lebenslauf. Viele Personaler sähen es gerne, wenn Jugendliche sich einmal fernab der Heimat bewiesen haben.

Der angehende Hotelfachmann Robert Bischoff hat einen Monat seiner Ausbildung in Malaga verbracht. Foto: Kristin Kruthaup/dpa-mag

Der angehende Hotelfachmann Robert Bischoff musste nicht lange überlegen, als er von der Option erfuhr. «Das klang einfach zu verlockend», sagte der 21-Jährige in Stuttgart. Er macht die Ausbildung im Maritim Hotel in Stuttgart, über eine Rundmail der Personalabteilung erfuhr er von der Möglichkeit. Und so verbrachte er im vergangenen Jahr einen Monat in Malaga und arbeitete dort in einem Hostel mit. «Ich habe das Gefühl, dass ich in der Zeit große Fortschritte gemacht habe», sagt er. Seine Spanischkenntnisse haben sich verbessert – und er traut sich nun zu, später auch länger im Ausland zu arbeiten.

Theoretisch kann jeder Lehrling ein Drittel seiner Ausbildungszeit im Ausland verbringen. Das Modell ist bislang aber noch nicht sehr verbreitet. 2016 legten rund 11 000 Jugendliche in der Lehre einen Auslandsaufenthalt ein. «Doch es werden jedes Jahr mehr», erläutert Mario Bürgel vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Die meisten gingen für vier bis acht Wochen ins Ausland. Ob Europa oder die USA, Russland oder China – bei den Zielen gibt es kaum Grenzen.