Kreativität und kaufmännisches Geschick: Floristen brauchen beides

Franziska Kurschinski hat einen Realschulabschluss. Theoretisch reicht für die Ausbildung zur Floristin aber auch ein Hauptschulabschluss aus. Foto: Judith Michaelis/dpa-mag

Das Schöne an Franziska Kurschinskis Beruf ist, dass es im Prinzip unendlich viele Einsatzmöglichkeiten gibt. Floristen sind in Blumengeschäften angestellt oder selbstständig tätig. Sie arbeiten aber auch im Großhandel und als Hausfloristen in Institutionen, Hotelketten oder sogar auf Kreuzfahrtschiffen. Wer Karriere machen will, kann sich zum Filialleiter fortbilden. Welchen Weg Kurschinski gehen wird, weiß sie noch nicht: «Ich lasse alles auf mich zukommen», sagt sie.

Franziska Kurschinski ist im dritten Ausbildungsjahr zur Floristin. Sie lernt im Düsseldorfer Floristikfachgeschäft A la casa del fiore. «Echt klasse ist, dass ich täglich meine kreative Ader ausleben kann», sagt Kurschinski. Denn es kommt vor, dass ein Kunde keine festen Vorstellungen hat und bei der Zusammenstellung eines Blumenstraußes auf den Rat einer Fachkraft setzt. «Floristen sind aber nicht nur Blumengestalter, sondern auch Dekorateure», sagt Nicola Fink vom Fachverband Deutscher Floristen (FDF). Als Dekorateure sind sie im Einsatz, wenn sie einen Raum für eine Hochzeit schmücken.

In dem Beruf fallen aber auch Verwaltungsarbeiten an. «Bewerber sollten auf jeden Fall eine kaufmännische Denkweise mitbringen», erklärt Markus Bretschneider vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. So müssen Floristen abhängig von der Saison Schnittblumen und Pflanzen im Großhandel ordern.

Reich wird man mit einer Ausbildung zum Floristen aber nicht. Die tarifliche Ausbildungsvergütung liegt laut FDF im ersten Jahr zwischen 380 und 540 Euro brutto, im zweiten Jahr zwischen 420 und 600 Euro, und im dritten Jahr sind bis zu 650 Euro brutto drin. «Nach der Ausbildung ist ein Einstiegsgehalt von 1700 bis 2200 Euro brutto möglich», sagt Fink. Das Gehalt kann aber auch, je nach Arbeitgeber, niedriger sein, denn die Vergütung hängt von regionalen-, branchen- und unternehmensspezifischen Kriterien ab.