Pressesprecher müssen Krisen managen

Wolfgang Weber arbeitet seit Beginn der 90er Jahre bei der Lufthansa als Pressesprecher. Ursprünglich hat er Journalist gelernt. Foto: Florian Schuh/mag

Berlin – Wolfgang Weber hat eine Ausbildung zum Journalisten gemacht. Zwei Jahre lang arbeitete er zunächst als freiberuflicher Korrespondent für Zeitungen und Rundfunksender. Ein Interview mit einem damals führenden FDP-Politiker führte zu einem ersten Wechsel «auf die andere Seite des Schreibtischs»: Mit 27 Jahren wird Weber stellvertretender Sprecher der Liberalen. «Das war ein echter Perspektivwechsel», sagt er heute. «Als Pressesprecher bist du ganz dicht dran an den Entscheidern, bekommst einen tiefen Einblick in die politische Arbeit. Aber Grundbedingung ist: Du musst hinter dem politischen Kurs stehen, den du als Sprecher nach außen vertrittst.»

Pressesprecher übernehmen für Unternehmen, Behörden, Verbände oder Vereine die Kommunikation mit der Presse. «Sie informieren vor allem über Ereignisse und Planungen, die für Außenstehende von Interesse sind», sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. «Und sie sorgen für eine positive Darstellung in der Öffentlichkeit.»

«Zum Beruf führen verschiedene Wege», sagt Hendrik Zörner vom Deutschen Journalistenverband (DJV). Viele machten zunächst eine Ausbildung zum Journalisten. Voraussetzung dafür ist in der Regel ein Studium. Zum Beruf des Redakteurs führt aber auch ein zweijähriges Volontariat bei einem Medium oder die Ausbildung an einer Journalistenschule.

Neben dem klassischen Weg vom Journalisten zum Pressesprecher gebe es noch weitere Möglichkeiten, sagt Hendrik Zörner vom DJV. Möglich sei zum Beispiel auch ein PR-Studium. «Aber es ist auch üblich, dass Mitarbeiter aus anderen Bereichen eines Unternehmens zu einem gewissen Zeitpunkt in die Kommunikationsabteilung wechseln», sagt er.

Das Gehalt kann sich laut Paul Ebsen von der Arbeitsagentur sehen lassen. Im öffentlichen Dienst liege das monatliche Bruttogehalt zwischen 3500 und 5500 Euro, in der freien Wirtschaft sehe es in etwa genau so aus. Es kann aber auch einmal deutlich mehr oder weniger sein.

Es sei wichtig, sich einen Arbeitgeber zu suchen, der zumindest grob zu den eigenen Interessen und Einstellungen passt, sagt Zörner. Sonst sei die Gefahr groß, dass man sich mit dem Unternehmen nicht identifizieren können, sagt Zörner vom DJV. «Da sind auch schon etliche Kollegen dran gescheitert.»

Diesen Arbeitgeber hat Wolfgang Weber dann vor 26 Jahren gefunden. Seit Beginn der 1990er Jahre arbeitet er in der Lufthansa-Pressestelle. Als Pressesprecher sei er ein klassischer Generalist und Frontmann: «Du musst jeden Tag zu einer Vielzahl von Themen Auskunft geben können oder zumindest wissen, wie und wo in dem riesigen Konzern du schnell an die Informationen herankommst – denn keiner ist allwissend.»